Besser lernen durch Motivation - Interview mit Tim Eichert & Jorma Bork
Was unterscheidet, eurer Meinung nach, motivierte Personen von unmotivierten Personen?
Motivierte Menschen haben Ziele, unmotivierte Menschen haben oftmals keine konkreten Ziele vor Augen. Das ist u.a. auch ein Grund dafür, dass besonders ältere Menschen (40+) Probleme haben, sich selbst zu motivieren oder motivieren zu lassen. Junge Menschen hingegen haben Visionen, sie wollen irgendwo hin, sie arbeiten auf etwas hinaus. Motivationen können schon kleine Dinge, zum Beispiel die Vorfreude auf ein Konzert, welches man besuchen möchte. Deswegen ist es auch empfehlenswert, aktiv zu sein, am Leben teilzunehmen und neugierig zu bleiben.
Unmotivierte Menschen sind oftmals enttäuscht worden, sie sehen keinen Sinn in einem Mehraufwand. Vielleicht mag das an der eigenen Komfort-Zone liegen, vielleicht aber auch daran, man ist eben irgendwie zufrieden und braucht nicht mehr, eigentlich. Das resultiert in der Regel in Lustlosigkeit, Langeweile oder Frust.
Motivierte Menschen hingegen stellen sich vor, dass ihr handeln förmlich die Welt bewegen könnte. Sie nähren sich von dem Gedanken, dass das was sie tun, irgendwann doppelt und dreifach zurückfließt. Deswegen nehmen motivierte Menschen auch oftmals vieles auf sich, sie stecken zurück und investieren viel Zeit und/oder Geld in ihr Handeln. Motivierte Menschen sind positiv eingestellt, sie sind voller Tatendrang und haben Spaß am Leben.
Was sagt ihr – Welchen Einfluss hat die Motivation auf den (Lern-)Erfolg?
Motivation ist letztendlich das A und O für den Erfolg. Das Leben ist nicht einfach. Lernen, Arbeiten, Verpflichtungen nachgehen – all das ist ohne ein gewisses Maß an Motivation nicht möglich. Wer es schafft sich regelmäßig zu motivieren, der schafft es auch, Erfolg zu ernten. Meistens ist die Motivation an allem das schwierigste. Wer für die Uni lernt kennt das sicher: sich aufzuraffen ist oftmals mit mehr Energie verbunden als das letztendliche lernen. Umso wichtiger ist es, zu lernen, sich entsprechend zu motivieren.
Welche Tipps habt ihr für unmotivierte Personen die mit ihrer aktuellen Situation unzufrieden sind?
Der Kern der Motivation ist eine tiefe Zufriedenheit. Wer nicht im Inneren mit sich und seinem Leben zufrieden ist, wird es auch schwer haben, Motivation für sein Handeln zu finden. Wer nur schwer Motivation finden kann und ernsthaft große Probleme damit hat, der macht womöglich etwas, was ihn nicht zufrieden stellt. Vielleicht gefällt einen ja gar nicht der Beruf, den man macht oder das Fach, welches man studiert, vielleicht macht man es nur, weil die Verdienstaussicht besser ist oder weil man von Anfang an nicht wusste wohin. Oftmals sind radikale Schritte angebracht. Das ist aber nicht so einfach, gerade wenn man fest im Leben steht. Von daher muss man irgendwie einen Mittelweg finden.
Oftmals hilft es, sich bewusst zu werden, dass man im Leben nichts geschenkt bekommt. In Deutschland geht es uns sehr gut, aber jeder muss irgendwie seinen Teil dazu beitragen. Es ist nunmal so, dass die meisten Menschen nicht das Glück haben, nicht oder nur wenig arbeiten zu müssen und damit viel Geld verdienen. Wir verbringen einen Großteil unseres Lebens damit zu arbeiten. Das ist Fakt. Man muss also das beste daraus machen. Und leider als Student sich mal 3,4 Jahre zusammenreißen als nachher ein ganzes Leben lang kämpfen zu müssen. Jeder musste da durch. Und (kaum) jemanden wird da etwas geschenkt.
Es gibt nur zwei Varianten: Man gewinnt oder man verliert. Wer zu den Gewinnern zählen möchte, muss auch steile Berge erklimmen, aber der Ausblick entschädigt!
Wie kann man sich selbst am besten zum Lernen und weiterbilden motivieren?
Das Kernproblem hierbei ist in der Regel das Fehlen eines strukturierten Zeitmanagements sowie einer funktionierenden Selbstorganisation. Viele haben das Problem, dass sie beim Lernen alles aufschieben, dann wie wild die letzten Tage vor Klausuren alles in sich hinein lernen, stundenlang dran sitzen, um nach einer Woche wieder alles vergessen zu haben. Das schmerzt und wird von unserem Gehirn automatisch als negatives Erlebnis verknüpft. Solche negativen Erlebnisse will unser Gehirn uns ersparen, weshalb beim Thema lernen in der Regel alle Alarmglocken angehen: :Bloß nicht, :kein Bock usw.
Wer wirklich erfolgreich lernen möchte und dabei auch stets motiviert zu sein, der muss sich seine Zeit gut einteilen. Es bringt nichts an einen Tag 8 Stunden zu lernen, man sollte lieber die Stunden auf mehrere Teile verteilen. Genügend Freizeit muss immer sein, es geht nicht anders. Wer nur lernt oder arbeitet, der wird sehr schnell unglücklich und verliert die Motivation. Leider scheitern viele daran, eine Balance zwischen Freizeit und Arbeitszeit zu finden.
Zudem hilft es ungemein, sich immer nur kleine Portionen, vollständige Lektionen vorzunehmen, als gleich ein ganzes komplexes Thema. Wichtig ist, dass alles strukturiert wird und wiederverwertbar dokumentiert wird, z.B. in Form von Lernzetteln.
Man sollte sein Lernen immer mit einem Erfolgserlebnis abschließen. Wer sich schwere Themen vornehmen möchte, der sollte sich dafür entsprechend Zeitnehmen und in Ruhe dieses Thema verstehen und abschließen. Der größte Fehler für unsere Motivation ist es, mit einem schlechten Gefühl das Lernen zu beenden.
Wie wichtig sind Ordnung und Struktur in Bezug auf die Motivation?
Ordnung und Struktur helfen uns, sie erleichtern uns das Leben. Das führt zu Zufriedenheit, was wiederum förderlich für die Motivation ist. Es ist allerdings nicht zwangsläufig ein muss, sondern kommt auf den Menschen an. Der eine kommt in seinem Chaos gut zurecht und braucht das auch. Der andere kann ohne Ordnung nichts schaffen.
Es ist jedoch bewiesen, dass Ordnung, und sei es nur eine aufgeräumte Wohnung, auch gleichzeitig Ordnung in unserem Kopf schafft. Diese Ordnung lässt uns fokussierter an Probleme rangehen, unsere Gedanken sind freier und unser Gehirn arbeitet effektiver.
Wie kann man sich schon morgens für den bevorstehenden Tag motivieren?
Durch ein Ritual. Rituale sind super, um Motivation zu schaffen. Man muss sich den Morgen versüßen, das ist einfach so. Man muss Lust haben, aufzustehen. Ein Ritual könnte es sein, dass es morgens immer den Lieblingstee gibt, den Lieblingshonig auf dem Brot oder dass der Tag mit der Lieblingsmusik beginnt.
Auch die Art und Weise wie man aufsteht sollte passen. Wer bis auf den letzten Drücker schläft, geriet schnell in Stress. Stress ist Gift für unsere Motivation. Da sollte man dann eher eine halbe Stunde früher aufstehen und alles in Ruhe angehen. Meistens verläuft der Tag so, wie man ihn beginnt.
Vielen Dank an Tim Eichert & Jorma Bork für eure Antworten
Über den Autor:
Wir, das sind Jorma und Tim, befassen uns seit einigen Jahren mit dem Thema Motivation, speziell im Arbeitsumfeld. Als ehemalige Berater im Marketing kennen wir die stressige und oftmals rücksichtslose Arbeitswelt nur zu gut. Durch viele Gespräche haben wir festgestellt, das wir gleich über das Thema denken. Unseren Beruf als Werbeberater haben wir als konsequenten Schritt mittlerweile aufgegeben, und es war für uns beide eine gute Entscheidung. Wir möchten anderen Menschen, die in einer ähnlichen Situation stecken, in der wir waren, mit Tipps zur Seite stehen und unsere Erfahrungen weitergeben. Aus dieser Idee entstand der Motivationsblog unter Motivation-Blog.de.